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Samstag, 27 Februar 2016, 12:21 - Lars Hannig  Allgemein

Lesung in Hamm, Buchhandlung Akzente

Am 19. Februar um 19:30 fand in Hamm in der Buchhandlung Akzente unsere »Struktur, Tapete« Lesung statt.
Es war ein langer Tag, direkt von meiner Arbeit als Programmierer fuhr ich weiter zur Lesung. Ich hoffe, man hat es mir nicht zu sehr angemerkt.
Ich war zum ersten Mal in Hamm. Als ehemaliger Dortmunder war mein erster Eindruck des Freitagabends: Eine herrlich breite Fußgängerzone, in der man sich nicht im Strom der Menschen von Geschäft zu Geschäft drängen braucht. So ist es in Dortmund leider nur am ganz frühen Morgen oder am späten Sonntagabend. Als ich noch zum Studium pendelte, verfestigte sich vor allem dieses morgendliche Bild der verschlafenen Dortmunder Fußgängerzone in meinem Kopf, durch die man entspannt schlendern konnte. Zu anderer Zeit stößt man leider auf Eile und Gedränge.
So war mir Hamm auf dem Hinweg zur Lesung gleich sympathisch. Wir (die lesenden AutorInnen von Ruhrliteratur) trafen uns am Bahnhof und konnten gemütlich durch die Fußgängerzone schlendern.
Einen Augenblick standen wir verdutzt vor der Buchhandlung. Ein eisernes Gitter versperrte die Tür, doch im inneren brannte Licht. Dort waren Menschen. Viele Menschen.
Wir überlegten, irgendwie auf uns aufmerksam zu machen. Jemand kam uns zuvor und öffnete die Gittertür. Also waren wir doch am richtigen Ort.
Schon wurden wir von Margret Holota, der Inhaberin der Buchhandlung Akzente, herzlich begrüßt. Der Verkaufsraum zog sich schlauchartig in die Länge. Regale mit ausgewählten Büchern zierten die Wände, im vorderen und hinteren Bereich waren Stuhlreihen aufgebaut. In der Mitte standen Mikrofone und die Instrumente unserer musikalischen Unterstützung: HerrTapete.
Da auf den uns angedachten Plätzen bei den Mikros schon Gäste saßen, setzten wir uns in die vorletzte Reihe, ein gutes Stück entfernt nahe des Eingangs. Wenn dafür auch die nächste Lesung so gut besucht ist, komme ich gerne wieder in die Verlegenheit. Kaum zu glauben. So viele Leute waren bereit, Eintritt zu bezahlen, um uns zuzuhören!

Den Anfang machte Nicholas Wieling, der mit Unterstützung von Natascha Herkt und Caroline Königs seine Geschichte »Die Zelle« aus »Struktur, Tapete« las. Sein erster Roman »Beziehungskisten« wird ebenfalls bei Ruhrliteratur erscheinen.

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(Fotos: Ruhrliteratur)

Nach jeder gelesenen Geschichte trat HerrTapete ans Mirko und unterhielt die Gäste mit seinen eingängigen Melodien und schrägen Texten, was sehr zur guten Stimmung beitrug. HerrTapete Youtube Video (von Ruhrliteratur)

Natascha Herkt gab mit ihrer Geschichte »Ein Feuer in der Ferne« einen Vorgeschmack auf die »Keller, Schlüssel«-Anthologie, die im Ruhrliteratur Verlag erscheinen wird.

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(Fotos: Ruhrliteratur)

Darauf folgte Caroline Königs, die in verteilten Rollen mit Nicholas Wieling, Natascha Herkt und Ina Lammers aus ihrem frisch veröffentlichten Roman »Die verlorene Räson« las (erschienen bei Ruhrliteratur).

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(Fotos: Ruhrliteratur)

Nach einer kurzen Pause las ich meine Geschichte »Eine Reise in vier Wänden« aus »Struktur, Tapete«. Darin erkennt der Ich-Erzähler, dass sein Grübeln ihn an einen Alltag fesselt, der längst keinen Halt mehr verspricht. Nicht das Zerdenken seiner Situation bietet Lösungsansätze, manchmal genügen eine Portion Mut und die bewusste Entscheidung etwas zu ändern.
Zum Abschluss las Ina Lammers ihre Geschichte »Bleiben wollen«, ebenfalls aus »Struktur, Tapete« in verteilten Rollen mit allen anderen AutorInnen, was dem Text für mich eine ganz neue Wirkung gab und viel Spaß gemacht hat.

Es gab Gelegenheit mit einigen der insgesamt 50 Gäste zu sprechen, die daraufhin erzählten, wie sie unsere Geschichten empfanden und was ihnen besonders gefiel. Wir scheinen die Erwartungen übertroffen zu haben.
Nach der Lesung begleiteten wir Stephanie Keunecke vom Ruhrliteratur Verlag (FB) noch ein Stück und ließen den Abend bei einem Getränk ausklingen.
Ich danke allen Beteiligten herzlich und natürlich auch den Gästen für diese schöne Lesung, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.