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Sonntag, 5 März 2017, 9:14 - Lars Hannig  Allgemein | Ermittler Robert Fuchs | Steampunk | Videospiele

Mein großes Projekt für 2017

Es ist so weit, endlich kann ich euch meine dritte und größte Neuigkeit verraten. Eine die alle drei Themen: Videospiele, Phantastik und Steampunk verknüpft. *trommelwirbel*

Meine Steampunk-Detektivgeschichten von »Ermittler Fuchs« haben ein Verlagszuhause beim wunderbaren Schwarzer Drachen Verlag gefunden und ich bin glücklich!
Der Vertrag ist unterschrieben und die Arbeit an meinem ersten eigenständigen Buchprojekt kann beginnen.

Robert Fuchs ist Ermittler für übernatürliche Fälle in Vernia, dem europäischen Kontinent eines alternativen zwanzigsten Jahrhunderts.
Mit kühlem Kopf, Kombinationsgabe und skurrilen Lösungsansätzen gehen Fuchs und sein elfjähriger Gehilfe, der einstige Waisenjunge Emil, der Wahrheit auf den Grund.

Eins sei noch verraten: Das Buch beinhaltet nicht nur die beiden bisherigen Fälle von Ermittler Fuchs in überarbeiteter und erweiterter Form, sondern auch eine ganze Reihe neuer Geschichten.

Wer beim Namen »Vernia« hellhörig wird und an meinen Steampunk-Fantasy Roman »Lilar Canea« denkt, hat ins Schwarze getroffen. Fuchs’ Geschichten sind in der gleichen Welt angesiedelt.
Die Verbindung zu Steampunk und Phantastik sollte also klar sein. Aber Videospiele?
Dazu muss ich noch etwas weiter ausholen, denn die Wurzeln von Fuchs und seiner Welt reichen zurück, bis zu meinem allerersten Romanprojekt: Eerievale.
Ich habe es tatsächlich gesagt, das ominöse E-Wort.
Das Ganze entstand vor so langer Zeit, dass es fast schon Legendencharakter hat. Ich war noch Schüler und der Begriff Steampunk war mir fremd. Ich konnte das Setting lediglich umschreiben: Eine Fantasy-Geschichte, die in einer alternativen Welt mit viktorianischen Einflüssen angesiedelt war. Dabei trafen Aberglaube und Magie auf das Leben und die Technik des neunzehnten Jahrhunderts.
Doch Eerievale war nicht bloß mein erstes Romanprojekt, sondern auch mein erstes Adventure Videospielprojekt, noch dazu für die technisch grundverschiedenen Retro-Konsolen Atari Jaguar und Sega Dreamcast.
Es geschah, wie so häufig bei Hobby-Entwicklungen: Das Projekt war zu aufwendig, als das ich es alleine hätte fertigstellen können. Durch mein Game Design Studium und meinen Job musste ich mich anderen Dingen zuwenden.

Doch weiterhin erreichen mich alle paar Jahre Anfragen von interessierten Abenteurern und vor allem von Lesern.
Wenn schon das Videospiel eingestellt ist, was ist dann aus den Geschichten geworden, die sich um die Figuren und die Fantasy-Welt ranken? Gibt es keine Möglichkeit sie mit meinen Lesern zu teilen?
Jetzt lautet die Antwort endlich: Ja!
Es ist dieses Buch, noch ohne Titel, aber mit den Geschichten von »Ermittler Fuchs«, auf das ihr gewartet habt.

Ich hoffe, ihr seid so gespannt wie ich und freut euch mit mir darauf.
Neuigkeiten zum Projekt erfahrt ihr natürlich hier auf meiner Autorenhomepage und auf meiner Facebook-Seite.


Sonntag, 26 Februar 2017, 14:48 - Lars Hannig  Allgemein

»Bis ans Ende der Zeit«

Kommen wir zur zweiten Neuigkeit: Meine Geschichte »Bis ans Ende der Zeit« wird in der nächsten Fantasy-Anthologie vom Schwarzer Drachen Verlag erscheinen!

Ich freue mich sehr, weil mir die Geschichte besonders gefällt und ich hoffe, auch ihr werdet sie mögen.
Sie handelt von einem Ehepaar mit leichtem Kommunikationsproblem, das skurrile Leben im tranigen Küstenort Salzbucht und die späte Verwirklichung gemeinsamer Lebensträume. Die Tatsache, dass beide frisch verstorben sind, macht das Ganze nicht einfacher. Doch der Tod stellt kein Allheilmittel für ihre Probleme dar, nein, die müssen sie schon selbst in den Griff bekommen und das bevor die Nummer ihres Wartesaal-Coupons aufgerufen wird und die Finsternis sie für immer verschluckt.

Sobald Einzelheiten zum Erscheinungstermin feststehen, erfahrt ihr es hier oder auf meiner Facebook-Seite.

Ergänzung: Und schon erreichen mich frische Details zu »Magische Kurzgeschichten Band 3«, dem Geschichtenband, in dem auch »Bis ans Ende der Zeit« erscheint.
Insgesamt finden sich darin 15 fantastische Geschichten von 11 Autorinnen und Autoren. Erscheinungstermin ist Sommer 2017, also schon fast in greifbarer Nähe!
Vielen Dank an den Verlag für die schnelle Rückinfo.
Alles Weitere erfahrt ihr in den Ankündigungen auf der offiziellen Homepage.


Samstag, 25 Februar 2017, 11:58 - Lars Hannig  Allgemein | Videospiele

Die schöne Neue Welt

Es gibt Neuigkeiten und das gleich hoch drei. Für die Videogame-Nerds unter euch, für die Phantasten und nicht zu vergessen für die Steampunks.
Welche wollt ihr zuerst hören?
Autorin Kathy Kahner: »Videospiele, por favor!«
Höre ich da jemanden Phantastik rufen? Na gut, dann Videospiele.

Es war einmal vor neunzehn Jahren ein junger, knackiger Zockersprössling. Er hatte keine Spielkonsole, aber einen Stapel alter Spielezeitschriften. Genug um sich vorzustellen, wie es sein würde eine eigene Konsole zu haben und so wälzte er die Zeitschriften Tag für Tag und bemühte seine Fantasie. Er träumte von neondurchfluteten Spielhallen und davon, eines Tages selbst in diese bunten Welten einzutauchen. Wirklich zu erleben gab es diese heiligen Hallen nur im Urlaub, im London Trocadero zum Beispiel oder etwas näher und deutlich kleiner, in einem Freizeitpark in den Niederlanden.
Bevor ihr nun Mitleid mit dem armen konsolenlosen Jungen bekommt und ihm eure schönen Kindheitserinnerungen in Form verschiedenster Daddelkisten schickt, wartet noch, denn die Geschichte geht weiter.
Neben verheißungsvollen Namen wie Nintendo und Sega hatten es ihm besonders die exotischeren Plattformen angetan, die in den Zeitschriften als Wundermaschinen dargestellt wurden. Da gab es 3DO, natürlich den Atari Jaguar (der ihn später lange Zeit begleiten würde) und hoch auf einem Berg erstrahlte das Neo Geo. Unerreichbar, unbezahlbar, unvorstellbar. Spielhallen-Action für Zuhause, aber träumen war ja erlaubt.
Nie hätte sich der Junge vorstellen können, dass er einmal in den eigenen vier Wänden den Olymp der Videospiele erklimmen würde. Das Internet machte es möglich.
2002 stand der Junge strahlend vor seiner Mutter, die entgeistert erfuhr, dass ihr eine Fahrt ins Sauerland bevorstand. Da gab es ein »Spiel«, dass abgeholt werden musste.
Weder Junge noch Mutter ahnten, dass dieses »Spiel« mit einem Gabelstapler in den weißen Kombi geladen würde, denn es war ein Spielautomat, und der Pkw daraufhin gut zwei Fingerbreit tiefer liegen würde. Aber der Automat war bezahlt, verladen und die Kofferraumklappe ging gerade noch zu. Außerdem war es ein Schnäppchen dank der Klausel »Nur Abholung«. Wer fährt schon ins Sauerland, nicht wahr Kathy? 😉
Etwas schwieriger war dann das Ausladen ohne Gabelstapler. Erstmal musste als Lagerstätte die Garage herhalten. Die große Daddelkiste war in einem Zustand, der »Akzeptabel« war. Immerhin lief er nach einigen bangen Minuten, in denen der Bildschirm nur grünen Datenmüll anzeigte und es funktionierten auch fast alle Knöpfe.
Besagter Junge, also ich, steckte gerade im Elektrotechnik-Fachabi. Alles Weitere würde sich ergeben. Das Entscheidende war, ich besaß endlich mein Neo Geo.
In den Monaten darauf wanderte der Automat in Einzelteilen in den Keller. Anders wäre er auch gar nicht zu transportierten gewesen. Ich begab mich ans Restaurieren und tauschte bis auf Gehäuse, Board und Bildschirm fast alles aus. Mein Onkel fertigte in seiner Schreinerwerkstatt sogar extra ein neues Bedienteil an, damit ich vernünftige Sticks und genug Buttons verbauen konnte, die ich als originale Arcade-Teile aus Übersee bestellte. Schließlich war alles fertig und ich konnte meine Spielhallenfantasien ausleben.
Worin besteht also meine große Videospiel-Neuigkeit? Weitere vierzehn Jahre später ist mein Neo Geo Automat endlich wieder bei mir, in unserer Wohnung. Genauer gesagt im Wohnzimmer und mein cooles Retro-Girl hat mich sogar ermutigt. (Ob sie weiß, worauf sie sich da eingelassen hat?)
Wie beim letzten Mal war es ein großer Akt, den Automaten Stückchen für Stückchen herzutransportieren. Dank der Hilfe meines Vaters und meines Onkels, die nicht auf wundersame Weise jünger geworden sind, hat es trotzdem geklappt.

In einer knappen Stunde habe ich es geschafft den Automaten wieder zusammenzusetzen und die Verkabelung wieder zum Laufen zu bekommen. Aus der ersten Schreckminute von damals ist eine Schreckstunde geworden, in der mich wieder nur der grüne Bildschirm des Todes begrüßte (oder der vergessenen Systemzeit). Doch seitdem läufts und ich kann endlich wieder Samurai Shodown II spielen.
Und wer jetzt mit Emulation und Anthologies ankommt, ja die hab ich auch, aber es ist einfach nicht dasselbe. Meine fellow Videogame-Nerds werden mir sicher zustimmen.

Weidet eure Augen an dieser Pracht.

Wars das also schon? Noch nicht ganz, denn eine andere Neuigkeit hat ebenfalls mit Videospielen zu tun. Aber davon erzähle ich euch ein anderes Mal.


Montag, 19 Dezember 2016, 20:00 - Lars Hannig  Allgemein

„Die Welt nach Carver“ in Weltentor 2016 Science-Fiction Anthologie


Wer hätte das gedacht? Pünktlich zum Fest gibt es für Science-Fiction Fans unter euch noch ein kleines Schmankerl.
Meine Geschichte »Die Welt nach Carver« hat es in die beliebte Science-Fiction-Anthologie der Weltentor-Reihe des NOEL-Verlag geschafft, die jährlich erscheint und bereits mehrmals den Deutschen Phantastik Preis gewonnen hat.

»Carver brennt für die Helden seiner Jugend. In einer Zukunft, in der virtuelle Fenster auf Parks hinausblicken, die es gar nicht gibt und Realismus das Gebot der Stunde ist, studiert er virtuelles Design. Jedoch nicht, um künstliche Bäume zu platzieren, sondern um die Dinge zu realisieren, die es nur im Comic gibt.
Sein letzter Verwandter, ein entfernter Physiker-Onkel mit Namen Lamprecht stirbt und vermacht ihm seine Wohnung in einem schäbigen Altbauviertel, die mit unverständlichen Fachbüchern und Aufzeichnungen vollgestopft ist. Beim Versuch Ordnung zu schaffen stößt Carver im Keller auf einen geheimen Zugang und auf eine Maschine, die Dinge aus dem Nichts erzeugen kann.
Nach vorsichtigen Experimenten sieht er sich mit endlosen Möglichkeiten konfrontiert. Würde es doch bloß nicht so lange dauern, die nötigen 3D-Modelle zu erstellen. Virtuelle Illusionen sind das eine, funktionierende Dinge etwas anderes und viel komplexer. Abhilfe schafft Gaia, die künstliche Intelligenz in der Maschine, die über Nacht den staubigen Keller in ein hochmodernes Labor verwandelt.
Bevor es aber ans Werk geht und Carver damit beginnen kann seine Träume zu verwirklichen, muss er einen Weg finden die Erfindung vor der Welt zu schützen, nicht auszudenken, wenn sie in falsche Hände fiele!«

Die »Weltentor 2016« Science-Fiction-Anthologie ist ab sofort im Buchhandel (und Amazon) erhältlich und beinhaltet 30 Kurzgeschichten. Außerdem gibt es noch zwei weitere Weltentor-Bände dieses Jahres zum Thema Fantasy und Mystery. (Stichwort: Weltentor 2016)

Alle meine Veröffentlichungen samt Bezugsquellen findet ihr wie gewohnt unter „Veröffentlichungen“.


Montag, 13 Juni 2016, 19:39 - Lars Hannig  Allgemein

Lesungsbericht – SpecOps vom 7.6.2016 in Münster

Lesung SpecOps Gruppenfoto

(Bild: Ruhrliteratur)

Ursprünglich war geplant, dass ich die Lesung der »Keller, Schlüssel«-Anthologie im SpecOps in Münster nur als Gast besuche. Doch dann wurde ich kurzfristig gefragt, ob ich als Unterstützung meiner KollegenInnen in verteilten Rollen mitlese.
Aber erstmal zum Veranstaltungsort zu kommen, stellte sich an diesem Abend als gar nicht so einfach heraus…

Der Tag begann als gewöhnlicher Arbeitstag vor dem Bildschirm. Nach Feierabend traf ich mich in Dortmund mit meinen Autorenkolleginnen Natascha Herkt und Kathy Kahner mit Gast und wir machten uns mit dem Auto auf in Richtung Münster.
Welchen Weg genau wir nahmen, ist im Nachhinein schwer zu sagen, denn es regnete in Strömen und entsprechend verregnet war auch unsere Ankunft. Es dauerte alleine eine halbe Stunde, um in die Innenstadt Münsters vorzudringen. Uns erwartete ein Verkehrschaos sondergleichen. Grünphasen in Sekundenlänge. Fahrzeuge, die das Reißverschlussverfahren mit einem Häkelmuster verwechselten und eilige Fahrradfahrer, die auch dort immer noch eine Lücke fanden, wo eigentlich keine war.
Zum Glück hatten nicht nur wir uns verspätet, sodass am Ende trotzdem gemeinsam begonnen werden konnte.
Eine Autorin fiel aufgrund des Unwetters aus, so dass ich in letzter Minute nicht nur als Unterstützung eine Rolle in den Geschichten meiner KollegenInnen las, sondern mit meinem Beitrag aus »Struktur, Tapete« einsprang, um die Lücke zu schließen.
Die Lokation war gut ausgestattet: Bühne, Beamer, Mikros, bequeme Sessel und Stühle, alles war vorhanden und hatte einen alternativen Touch.
Zum ersten Mal wurde mir das bewusst, als ich die Toilette suchte und passend zum Thema der Lesung die Kellertreppe hinabstieg. Ich stand vor zwei Türen, die mit buntem Graffiti verziert waren und so recht schlau wurde ich nicht daraus. Am liebsten hätte ich gewürfelt, ob ich den einen oder anderen Pfad beschreiten sollte. Ich versuchte, aus den Farben des Graffiti Rückschlüsse zu ziehen. War denn nun die eine oder andere Tür etwas femininer gestaltet? Doch ist das in unserer heutigen Zeit überhaupt noch wichtig? Wenn schon in den prüden USA über Unisex-Toiletten diskutiert wird… Sauber waren beide.
Zum zweiten Mal wurde mir das alternative Flair bewusst, als ich auf die Getränkekarte schaute. Seit meiner Zeit in der Gamesbranche denke ich bei Club-Mate immer automatisch an junge Männer in karierten Hemden mit Schiebermütze aus Tweed oder einem roten Barré. Coca Cola gab es nicht, ich bestellte eine Premium Cola und hoffte auf eine Artverwandtschaft.

Wie auch bei den letzten Lesungen, bereitete uns HerrTapete samt sexy neuer Gitarre in Rot einen tollen Einstieg.
Die Lesung wurde Nicholas Wieling auf die Beine gestellt und durchweg von Ina Lammers moderiert, die nicht nur die Lesenden ankündigte, sondern auch Fragen stellte und schließlich selbst in verteilten Rollen mitlas.
Kathy Kahner las als erste ihre Geschichte aus der aktuellen »Keller, Schlüssel«-Anthologie, danach war Nicholas Wieling an der Reihe. Den Abschluss des »Keller, Schlüssel«-Teils des Abends machte Natascha Herkt mit ihrer Geschichte »Ein Feuer in der Ferne«.
Nach jedem Leseteil spielte HerrTapete einen Song. Eine feste Setlist gab es nicht, stattdessen wurde etwas Treffendes gewählt. So erlebten wir auf humorvolle und berührende Weise noch einmal akustisch, welche Schrecken die Protagonisten der Anthologie hinter verschlossenen Kellertüren vorfanden.
Nicholas Wieling stimmte mit Ina Lammers und mir den zweiten Teil des Abends, mit einer Kostprobe aus seinem bald erhältlichen Erstlingswerk »Beziehungskisten«, an.
Ich wurde vorgewarnt, dass in meiner Sprechrolle das eine oder andere »böse Wort« fallen würde und freute mich darauf. Ganz so böse wurde es dann aber doch nicht. Es machte mir großen Spaß gemeinsam zu lesen.
Daraufhin stand ich mit »Eine Reise in Vier Wänden« aus »Struktur, Tapete« alleine auf der Bühne und erzählte von der Wildnis und einem Alltag, der seinem Protagonisten keinen Halt mehr verspricht. Manchmal ist es besser, das altgewohnte Übel aufzugeben und eine neue Reise ins Unbekannte zu wagen.
Ich stand nicht lange allein dort oben, denn den letzten Beitrag bildete eine gemeinsame Lesung mit allen Autoren. Wir trugen Ina Lammers’ Geschichte »Bleiben wollen« vor, ebenfalls aus »Struktur, Tapete«, die sich bereits bei anderen Lesungen in dieser Form bewährt hatte. Zum Abschluss sprach Stephanie Keunecke ein paar Worte zum einjährigen Bestehen des Ruhrliteratur Verlags und es wurde mit einer Packung Merci gefeiert.

Insgesamt wurde es trotz des Sauwetters ein richtig schöner Abend. Mein besonderer Dank geht an die Gäste, die sich schutzsuchend zu uns verirrt hatten und geblieben sind. Der Regen hatte immerhin zwischendurch aufgehört.
Ich danke herzlich meinen KollegInnen, sowie den Gastgebern und Veranstaltern, insbesondere Nicholas Wieling und Ina Lammers. Ich freue mich schon auf die nächste Lesung.

Auf dem Heimweg hatten wir das Gefühl, der Abend hätte uns in eine fremde Dimension versetzt. Die Straßen waren völlig verlassen. Es regnete ja auch nicht mehr.


Donnerstag, 14 April 2016, 6:06 - Lars Hannig  Allgemein | Ermittler Robert Fuchs | Steampunk

Steampunk-Romanprojekt: Lilar Canea

Bei meinem großen Romanprojekt in diesem Jahr geht es mir darum, ein Manuskript mit Exposé beim entsprechenden Verlag anbieten zu können. (Hier war die Leipziger Buchmesse eine großartige Orientierung und sehr motivierend.)

Zuerst musste ich mich für einen geeigneten Roman entscheiden.
Die Entscheidung ist auf meinen Steampunk-Fantasy-Roman »Lilar Canea« gefallen. Vielen Dank an meine Testleser für eure Begeisterung und Unterstützung.

Was hat das zu bedeuten, wenn ich doch schon ein Manuskript habe?
Die Romanidee ist gut, die Umsetzung würde ich heute ganz anders angehen, sie kam zwar gut an, überzeugt mich heute aber nicht mehr. Sowohl mein Schreibstil als auch die Welt der Geschichte haben sich stark weiterentwickelt.

Lilar Canea wird also ein komplett neues Manuskript.
Leser meiner Steampunk-Detektivgeschichten um Ermittler Robert Fuchs werden sich in der Welt gleich Zuhause fühlen, denn der Roman von 2011 legte den Grundstein für alles Weitere.
Ihr dürft gespannt sein.


Montag, 28 März 2016, 10:07 - Lars Hannig  Allgemein

»Autoren sind keine guten Gamedesigner. Filmleute sowieso nicht.«

»Autoren sind keine guten Gamedesigner. Filmleute sowieso nicht.«
Diese Aussage hat sich schon fast zu einem Mantra entwickelt. Zum Beweis werden unzählige schlechte Lizenzspiele aufgeführt. Die Autorenthematik fällt dabei auch gleich unter den Teppich, denn wenn schon die Filmleute schlecht abschneiden, was kann ein einzelner Autor da schon besser machen?
Die Aussage ist natürlich eine Verallgemeinerung. Sie impliziert, dass Gamedesigner etwas haben, was anderen Kreativen fehlt. Gerne wird betont, wie viel Computerspiele zu bieten haben und wie viel komplexer es ist ein Spiel zu entwickeln, als einen Roman zu schreiben oder einen Film zu drehen.
Jeder betont gerne, wie schwierig seine eigene Arbeit doch ist.
Es kommt eine Lawine vielfältiger Disziplinen an einem Tisch zusammen, um ein Spiel zu verwirklichen. Im Optimalfall stimmt das auch. Wobei hier eine weitere Verallgemeinerung nur leise geflüstert wird: Computerspiele sind Konsumgut und in den meisten Studios, auch in Deutschland, mag man sich kaum Kreativität leisten. Ohne genauere Zielgruppendefinition gilt der Standard: 14-29 jährig, männlich. Entwickelt wird, was sich bewährt hat. Das finanzielle und zeitliche Budget reicht nie aus und da rutscht das Augenmerk schon mal von der Gesamtqualität auf einzelne Merkmale, die poliert werden um Spontankäufer anzulocken.
Die Zeiten sind schnelllebiger geworden, das ist nicht nur bei Computerspielen so.

Aber zurück zur ursprünglichen Aussage. Autoren und Regisseure sind also meistens keine guten Gamedesigner.
Dabei wird der Umkehrschluss gerne außer acht gelassen.
Gamedesigner sind ebenso wenig von Natur aus fähige Autoren oder könnten beim Film die Rolle eines Regisseurs übernehmen, trotz möglicher Überschneidungen der Tätigkeiten.
Das Grundproblem liegt bei diesen Aussagen in der Verallgemeinerung.
Der Einfachheit halber definiere ich »Gut« als Schnittmenge der Techniken und Erzählweisen populärer Unterhaltung.
Oft genug sind demnach Gamedesigner aus mangelnder Erfahrung schon keine guten Gamedesigner. Viele haben nicht den Freiraum etwas Originelles zu schaffen und abgesehen davon auch ganz andere Sorgen. Nicht jeder Autor, der Erfolg hat, schreibt hochwertig. Regisseure werden nicht mit einem Oscar in der Hand geboren.
Um sein Handwerk zu meistern braucht es vieles. Vor allem aber Zeit und Erfahrung. Es bedeutet, sich einzugestehen, dass man auch nur ein Mensch ist, sein Bestes zu geben und sich nicht auf Leistungen auszuruhen. Die eigene Herangehensweise stets zu hinterfragen und an seinen Schwächen zu arbeiten.
Wer tatsächlich von sich glaubt, er hätte etwas, das für andere unerreichbar ist, muss sich seine Arroganz stets hart verdienen und wird schneller überholt und vergessen sein, als ihm lieb ist.
Ob Schriftsteller, Film- oder Gameleute, es sind Einsteiger und Festgefahrene die auf den Zug aufspringen und nur zu gerne derart übereilte Floskeln von sich geben und sie als Leitfaden verwenden.
Als Autor werde ich im Internet täglich mit vermeintlichen Weisheiten von Vorbildern überhäuft. Schnell wird klar, dass es sich dabei nicht um Zaubersprüche handelt, die auf wundersame Weise die Arbeit erledigen, sondern eher um Kalendersprüche. Manchmal motivieren sie. Häufig aber sind es nichts als Worte ohne Kontext.
Vorbilder haben ihren Platz, doch sie können weder Erfahrung ersetzen, noch uns die Arbeit abnehmen. Jeder muss seine eigenen Fehler machen, um daraus zu lernen.

Wir alle sind Menschen und lernen aus Erfahrung und mit der Zeit, wie weit wir von der Perfektion unseres Handwerks entfernt sind.
Zum Glück muss etwas nicht perfekt sein.
Ich gebe jeden Tag mein Bestes, manchmal schaffe ich mehr, manchmal weniger.
In einem Jahr schaue ich darauf zurück und mir wird klar, welche Fortschritte ich gemacht habe. Dazu muss ich heute schreiben, was ich schreiben kann.
Am Ende des Tages ist es genug, um zufrieden zu sein und es morgen weiter zu versuchen.


Dienstag, 22 März 2016, 21:02 - Lars Hannig  Allgemein

Du bist nicht dein Job!

Du bist nicht dein Job!
An einem Tag räumst du vielleicht Regalwände ein, baust ölige Maschinenteile zusammen, bedienst die Gäste in einem schicken Café oder verkaufst am Telefon Versicherungen an alte Damen. Es ist der uralte Tausch von Zeit gegen Geld.
Sobald du nicht mehr dafür bezahlt wirst, hörst du auf Regalpacker, Maschinenschrauber, Kellner oder Callcenter-Mensch zu sein, aber deshalb gehst du nicht verloren.
Was bleibt, bist du.

Ich wuchs mit dem Gedanken über die Arbeitswelt auf, dass alles in schöne saubere Schubladen passt und passen muss. Man brachte es mir bei, in der Schule, im Fachabi, im Studium und hämmerte es mit jedem Besuch im Jobcenter tiefer in meinen Schädel.
Du steckst die Kindheit und die Teenagerzeit in ein Sparschwein, büffelst bis die Ohren qualmen, gibst dir Mühe und wirst entweder das, was du am besten kannst oder was du werden sollst. Du steigst als junger Erwachsener ins Studium oder gleich in die Arbeitswelt ein und bald bist du endlich das, was du so lange gelernt hast zu sein. Du hast ein Zeugnis, mit dem du deinen Werdegang belegen kannst, schließlich sind wir in Deutschland. Dokumente weisen deine Person aus, deine Qualifikation, dich.
Vergiss nicht, du bist der neue heiße Scheiß.

Wehe dir, wenn dir der Weg nicht klar vor Augen liegt, wenn dein Traumberuf nicht in der Datenbank des Jobcenters auftaucht oder du eine Abzweigung nehmen willst. Pech gehabt, wenn du dir den Büroalltag irgendwie spannender vorgestellt hast. Du willst was erleben? Geh’ ins Kino oder besser: Lies ein Buch.

Ein Großteil meines Lebens war genau das mein Dilemma. Meine Leidenschaft lag im Geschichtenerzählen und in Computerspielen, die ich entwickelte. Niemand bezahlte mich dafür und ich lernte das Handwerk auf eigene Faust. Nicht für einen Job und ohne eine Idee, wie ich damit Geld verdienen könnte, bloß für mich selbst.
Zehn Jahre später studierte ich Game Design und schrieb. Jobs kamen und gingen, sogar in der Gamesbranche. Heute verdiene ich meinen Lebensunterhalt als Programmierer. Und ich schreibe. Das ist mein Beruf.

Allem voran bin ich Geschichtenerzähler und Spielemacher aus Leidenschaft.
Ich bleibe es. Nicht weil ich grade davon lebe, sondern weil es in meiner Natur liegt.
Ich bin Autor, ich schreibe. Alles andere findet sich.


Donnerstag, 3 März 2016, 6:39 - Lars Hannig  Allgemein

Jahresziel: Roman

Schreibtisch 2016
Ich sitze an meinem Schreibtisch und blicke auf das Bild des Leuchtturms, der in finsterer Nacht über ein aufgepeitschtes Meer signalisiert. Möwen umkreisen den Turm im Mondschein.
Vor meinem Fenster ist es dunkel. Ich sitze in meinem frisch gestrichenen Arbeitszimmer, noch umgeben von Umzugskartons. Neben mir eine Tasse Kaffee, ein Oxford Block für Notizen, vor mir die Tastatur und der Bildschirm.
Ich wohne jetzt in Bochum. Mit dem neuen Jahr und dem neuen Ort ist es wieder einmal Zeit über meine Prioritäten nachzudenken.
Ich habe zwei Jobs, die meine Zeit beanspruchen. Erst schreibe ich, dann fahre ich ins Büro und programmiere Vollzeit bis zum Feierabend. Ich gehe grundsätzlich früh schlafen und stehe früh auf.
Mit zwanzig glaubte ich, Nachtmensch zu sein, doch ich war es nie. Ich saß bloß ständig im Dunkeln vor einem Bildschirm, die Tageszeit hatte oft keine Bedeutung. Sobald es aber Nacht wurde, war mit mir nichts mehr anzufangen. Ich war zu erschöpft, um kreativ zu sein und dann waren da noch die bösen Träume.
Es ist gut, das zu wissen, denn so kann ich mir die beste Zeit zum Schreiben heraussuchen. Für mich sind das die Stunden gleich nach dem Aufstehen. Es ist immer das Erste, was ich jeden Tag tue. Alles andere kommt danach. Das ist anstrengend, kostet viel Überwindung, aber es fühlt sich auch gut an, denn egal wie der Tag aussieht, ich weiß, ich habe schon etwas Wichtiges geschafft.

Im vergangenen Jahr habe ich fast nur Kurzgeschichten geschrieben. Ein paar davon habe ich bei Verlagen unterbringen können.
Mittlerweile gehe ich an jede Kurzgeschichte, wie an einen Miniroman. Zuerst plane ich, dann erzähle ich die Geschichte. Aufgrund der Wortbegrenzung kann ich nur ausgewählte Szenen preisgeben. In der Regel ist das Planungsdokument fast so lang wie die erzählte Geschichte, manchmal aber auch länger, ohne das etwas ausformuliert ist. Das dauert eine Weile, aber es ist die Sache wert, denn auch was ich nicht erzähle, schimmert in den Geschichten durch und verbindet sie miteinander.
Fertig ist die Geschichte erst nach der Überarbeitung. Im besten Fall genügen vielleicht drei Durchgänge. Manchmal braucht es aber auch sieben oder mehr. Zum Glück geht das bei einem zwanzig seitigen Projekt schneller als bei einem dreihundert- oder vierhundertseitigen Roman.
Ich überarbeite nicht alleine, als Autor sieht man gewisse Probleme erst, wenn ein wachsames Auge darauf hinweist. Bei mir sind das vor allem interessante Fragen und Details, an die ich noch gar nicht gedacht habe. Hier spielt dann wieder das Planungsdokument als Fundgrube eine große Rolle. Glücklicherweise lebt meine ideale Erstleserin mit mir zusammen und schreibt selbst großartig, wenn sie die Zeit dazu findet.

Es ist motivierender eine Kurzgeschichte abzuschließen, die für mich diesen Miniroman Charakter hat, als viele Monate oder Jahre in ein Romanprojekt zu stecken, dass dann immer noch nicht fertig ist. Je größer das Projekt, desto eher findet man etwas, dass sich verbessern lässt. Deshalb habe ich eine Schublade voller Romanprojekte, die alle zu Ende erzählt aber nicht veröffentlicht sind. Man kann sie ja auch nicht mal eben überarbeiten. Das kostet wieder Monate und das nächste reizvolle Projekt steht gleich vor der Tür.
Es fällt mir leichter, mich für eine weitere Kurzgeschichte zu entscheiden, denn die hat eine reelle Chance bald einen Verlag zu finden. Gerade hat meine Freundin und Autorenkollegin wieder eine Geschichte beim Ruhrliteratur Verlag untergebracht.
Ich schaue wieder in die Schublade mit den Manuskripten und mir wird flau im Magen. Was nützt es, Romane zu schreiben, wenn sie unveröffentlicht sind und niemand sie lesen kann? Ich müsste mich für einen Roman entscheiden, ihn aufmerksam lesen, ein Exposé schreiben und dem Drang widerstehen, gleich wieder zu überarbeiten. Aber überarbeiten muss ich doch …
Es ist der Respekt vor der jahrelangen Arbeit, die Angst trotz Veröffentlichungen nicht gut genug zu sein, die mich davon abhält, diese Romane in die Welt hinauszuschicken. Jeder veröffentlichte Romanautor kennt diesen Moment.
Halt! Weiche ich tatsächlich meinen Romanprojekten aus? Plötzlich ist es wichtiger geworden vielleicht etwas Kleines zu veröffentlichen als mit etwas großem ein Risiko einzugehen und mich über Monate ganz einem Projekt zu widmen.
Vor einer Weile fragte man mich noch: »Du bist Autor? Hast du denn schon was veröffentlicht?« Jetzt fragt man mich wie viel, als gelte es, einen Rekord aufzustellen.
Möchte man etwas schaffen, muss man sich die Zeit dafür nehmen und Prioritäten setzen. Im letzten Nanowrimo ließ ich Konzertkarten verfallen, um eine mir selbst gesetzte Deadline zu schaffen. Das Verrückte daran ist, ich finde es zwar nach wie vor schade, aber ich würde mich nicht umentscheiden. Das Schreiben ist mein Beruf. Meine Schreibzeit steht nicht zur Diskussion.

Ich glaube, eine der wertvollsten Ressourcen des Autors ist Zeit. Gerade heutzutage gehen wir mit nichts verschwenderischer um. Ich schaue nur mal eben auf Facebook: Nein. Ich lese nur kurz was in der Welt passiert: Nein. Es kommt nicht infrage auf E-Mails zu antworten oder »nur mal kurz« Feedback auf einen fremden Text zu geben. »Nur mal kurz« gibt es beim Schreiben sowieso nicht.
Das alles hat nichts in meiner Schreibzeit zu suchen. Auch nicht in meiner Lesezeit, wenn ich im Zug sitze und zur Arbeit fahre. In dieser Zeit denke ich über eine Geschichte nach oder lese Romane meiner Lieblingsautoren.
Wir leben in einer Zeit der Reizüberflutung. Selektion wird zum wertvollen Gut.
Nach der vielen Arbeit bleibt noch etwas Zeit für alltägliche Dinge und Entspannung, dann sitze ich gerne mit meiner Freundin auf dem Sofa, schaue Serien oder zocke etwas.
Es ist wichtig sich darüber klar zu werden, was man mit seiner Zeit anfangen möchte.
Ich kann das ganze Jahr über meine Miniromane in Kurzgeschichten Gewand schreiben. Die meisten Leser bevorzugen Romane.
Meine besten Geschichten sind Romane und dieses Jahr möchte ich einem dieser Romane widmen. Selbst auf die Gefahr hin, dass er in absehbarer Zeit keinen Verlag findet. Dann habe ich zumindest etwas in der Hand.
Wichtig ist nicht die Zahl der Veröffentlichungen. Viel wichtiger für mich ist die Qualität meiner Geschichten. Mit jeder Kurzgeschichte und jedem Roman lerne ich dazu.
Das Wichtigste ist seine Zeit zu nutzen.
Ich bin Autor. Ich schreibe.


Samstag, 27 Februar 2016, 12:21 - Lars Hannig  Allgemein

Lesung in Hamm, Buchhandlung Akzente

Am 19. Februar um 19:30 fand in Hamm in der Buchhandlung Akzente unsere »Struktur, Tapete« Lesung statt.
Es war ein langer Tag, direkt von meiner Arbeit als Programmierer fuhr ich weiter zur Lesung. Ich hoffe, man hat es mir nicht zu sehr angemerkt.
Ich war zum ersten Mal in Hamm. Als ehemaliger Dortmunder war mein erster Eindruck des Freitagabends: Eine herrlich breite Fußgängerzone, in der man sich nicht im Strom der Menschen von Geschäft zu Geschäft drängen braucht. So ist es in Dortmund leider nur am ganz frühen Morgen oder am späten Sonntagabend. Als ich noch zum Studium pendelte, verfestigte sich vor allem dieses morgendliche Bild der verschlafenen Dortmunder Fußgängerzone in meinem Kopf, durch die man entspannt schlendern konnte. Zu anderer Zeit stößt man leider auf Eile und Gedränge.
So war mir Hamm auf dem Hinweg zur Lesung gleich sympathisch. Wir (die lesenden AutorInnen von Ruhrliteratur) trafen uns am Bahnhof und konnten gemütlich durch die Fußgängerzone schlendern.
Einen Augenblick standen wir verdutzt vor der Buchhandlung. Ein eisernes Gitter versperrte die Tür, doch im inneren brannte Licht. Dort waren Menschen. Viele Menschen.
Wir überlegten, irgendwie auf uns aufmerksam zu machen. Jemand kam uns zuvor und öffnete die Gittertür. Also waren wir doch am richtigen Ort.
Schon wurden wir von Margret Holota, der Inhaberin der Buchhandlung Akzente, herzlich begrüßt. Der Verkaufsraum zog sich schlauchartig in die Länge. Regale mit ausgewählten Büchern zierten die Wände, im vorderen und hinteren Bereich waren Stuhlreihen aufgebaut. In der Mitte standen Mikrofone und die Instrumente unserer musikalischen Unterstützung: HerrTapete.
Da auf den uns angedachten Plätzen bei den Mikros schon Gäste saßen, setzten wir uns in die vorletzte Reihe, ein gutes Stück entfernt nahe des Eingangs. Wenn dafür auch die nächste Lesung so gut besucht ist, komme ich gerne wieder in die Verlegenheit. Kaum zu glauben. So viele Leute waren bereit, Eintritt zu bezahlen, um uns zuzuhören!

Den Anfang machte Nicholas Wieling, der mit Unterstützung von Natascha Herkt und Caroline Königs seine Geschichte »Die Zelle« aus »Struktur, Tapete« las. Sein erster Roman »Beziehungskisten« wird ebenfalls bei Ruhrliteratur erscheinen.

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(Fotos: Ruhrliteratur)

Nach jeder gelesenen Geschichte trat HerrTapete ans Mirko und unterhielt die Gäste mit seinen eingängigen Melodien und schrägen Texten, was sehr zur guten Stimmung beitrug. HerrTapete Youtube Video (von Ruhrliteratur)

Natascha Herkt gab mit ihrer Geschichte »Ein Feuer in der Ferne« einen Vorgeschmack auf die »Keller, Schlüssel«-Anthologie, die im Ruhrliteratur Verlag erscheinen wird.

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(Fotos: Ruhrliteratur)

Darauf folgte Caroline Königs, die in verteilten Rollen mit Nicholas Wieling, Natascha Herkt und Ina Lammers aus ihrem frisch veröffentlichten Roman »Die verlorene Räson« las (erschienen bei Ruhrliteratur).

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(Fotos: Ruhrliteratur)

Nach einer kurzen Pause las ich meine Geschichte »Eine Reise in vier Wänden« aus »Struktur, Tapete«. Darin erkennt der Ich-Erzähler, dass sein Grübeln ihn an einen Alltag fesselt, der längst keinen Halt mehr verspricht. Nicht das Zerdenken seiner Situation bietet Lösungsansätze, manchmal genügen eine Portion Mut und die bewusste Entscheidung etwas zu ändern.
Zum Abschluss las Ina Lammers ihre Geschichte »Bleiben wollen«, ebenfalls aus »Struktur, Tapete« in verteilten Rollen mit allen anderen AutorInnen, was dem Text für mich eine ganz neue Wirkung gab und viel Spaß gemacht hat.

Es gab Gelegenheit mit einigen der insgesamt 50 Gäste zu sprechen, die daraufhin erzählten, wie sie unsere Geschichten empfanden und was ihnen besonders gefiel. Wir scheinen die Erwartungen übertroffen zu haben.
Nach der Lesung begleiteten wir Stephanie Keunecke vom Ruhrliteratur Verlag (FB) noch ein Stück und ließen den Abend bei einem Getränk ausklingen.
Ich danke allen Beteiligten herzlich und natürlich auch den Gästen für diese schöne Lesung, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.